Archiv der Kategorie: Neuerscheinungen

Die Inschriften der Stadt Landshut (DI 109)

Die Inschriften der Stadt Landshut, gesammelt und bearbeitet von Ramona Baltolu, Mirjam Goeth, Tanja Kohwagner-Nikolai und Christine Steininger (Die Deutschen Inschriften 109, Münchener  Reihe 20). Wiesbaden (Ludwig Reichert) 2022. 749 Seiten, 76 Tafeln mit 176 s/w und 63 farbigen Abbildungen, Leinen mit Schutzumschlag. ISBN 978-3-7520-0657-5. EUR 110.

Der Band widmet sich den Inschriften der Stadt Landshut in ihren heutigen Gemeindegrenzen. Erfasst wurden alle Inschriften bis zum Jahr 1650. Durch die Lage an der Isar und den an ihrem östlichen Ufer hervortretenden Hofberg bot sich eine ideale Stelle für eine städtische Ansiedlung. 1204 lässt Herzog Ludwig I., der Kelheimer, eine Brücke bauen. Er wählt den Ort als Herzogssitz. Der fürstliche Hof hinterließ seine Spuren auf der Burg Trausnitz und ab dem 16. Jahrhundert auch in der Stadtresidenz. Zeugnisse aus der Epoche der reichen Herzöge finden sich in der Burgkapelle St. Georg. Die Ausmalung der fürstlichen Wohnräume aus der Zeit Wilhelms V. ging beim Brand der Trausnitz verloren. Sie kann über ältere Photographien rekonstruiert werden. Die Stadtresidenz – das älteste Renaissanceschloss nördlich der Alpen – wartet mit einer reichen Ausstattung aus der Zeit Ludwigs X. auf. Sie bietet ein umfangreiches Programm an Deckenmalereien. Kurios wirken die vielen Graffiti aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, mit denen sich Gäste oder Bewohner des Schlosses an den Wänden verewigten.
Höfische Amtsträger treten uns in ihren figürlich ausgearbeiteten Grabmälern in den Kirchen der Stadt heute noch entgegen. Zentrales Gotteshaus ist die erste Pfarrkirche St. Martin– seit 1595 Kollegiatsstiftskirche St. Martin und Kastulus – mit ihrem hohen Backsteinturm. St. Jodok beherrscht den Stadtteil der Freyung, während die Heiliggeistkirche die Altstadt an der Isar begrenzt. In diesen kirchlichen Bauten befinden sich nicht nur zahlreiche Grabdenkmäler nicht nur des höfischen Adels und des Klerus, sondern auch des städtischen Bürgertums. Eine Besonderheit des Landshuter Inschriftenbestandes sind die umfangreichen Beschriftungen an gotischen Bauelementen und Ausstattungsstücken, allen voran der Hochaltar in St. Martin und das Westportal von Heiliggeist mit ausführlichen religiösen Texten in deutscher Sprache deutlich vor Luther.
Geistliche Zentren bildeten auch Klöster. Bereits die Witwe Ludwigs des Kelheimers, Ludmilla gründete als Ort der Grablege die auf der anderen Isarseite gelegene Zisterzienserinnenabtei Seligenthal. Zum Bestand des Klosters zählen die ältesten im Band bearbeiteten Objekte, darunter eine heute im Bayerischen Nationalmuseum aufbewahrte Mitra aus der Romanik. Das ehemals am Fuße des Burgbergs gelegene Franziskanerkloster fiel weitgehend der Säkularisation zum Opfer. Von seiner Rolle als zentrale Grabstätte für zahlreiche Familien der Stadt berichtet heute nur noch eine Abschrift aus dem 18. Jahrhundert, die Aufnahme in den Band fand (Verlagsanzeige).

Tanja Kohwagner-Nikolai / Bernd Päffgen / Christine Steininger (Hgg.) – Über Stoff und Stein: Knotenpunkte von Textilkunst und Epigraphik

Über Stoff und Stein: Knotenpunkte von Textilkunst und Epigraphik. Beiträge zur 15. internationale Fachtagung für mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik vom 12. bis 14. Februar 2020 in München, hg. von Tanja Kohwagner-Nikolai, Bernd Päffgen und Christine Steininger. Wiesbaden (Harrassowitz) 2021. ISBN 978-3-447-11697-8. EUR 89,-

Einleitung

Carmen Roll: Tagungsbericht, 3

Christine Steininger: Über Stein – Die Kleidung bayerischer Domkanoniker und Äbte auf figuralen Grabplatten, 9

Tanja Kohwagner-Nikolai: Über Stoff – Liturgische Gewänder und ihre Inschriften, 24

Kapitel 1: Inschriften auf Textilien kirchlicher Nutzung

Bernd Päffgen: Die Speyrer Bischofsgräber und die in ihnen entdeckten Gewandteile des Pontifikalornats des 11. bis 13. Jahrhunderts mit Inschriften, 45

Vincent Debiais: Linens, Clothes and Ornaments – Writing on Altar Textiles, 72

Estelle Ingrand-Varenne: Dextera Domini – The Earliest Inscriptions on Liturgical Gloves, 84

Kapitel 2: Inschriften – Inschriften auf Textilien

María Encarnación Martín López: On Fabric and on Stone – Morphology and Symbolism of Writing in Medieval Spanish Textiles (10th to 13th Centuries), 99

Beata Biedrońska-Słota: Arabic Inscriptions and their Imitations Woven in Textiles from Polish Collections, 111

Michael Peter: Samte mit gewebten Inschriften, 121

Jessica M. Grimm: A Hands-on Approach – Epigraphy in Medieval Textile Art, 141

Anna Petutschnig / Romedio Schmitz-Esser / Elisabeth Tangerer: Pure Absicht oder Zufall? – Textilien als Graffiti und Graffiti auf gemalten Textilien in der Kapelle von Schloss Bruck bei Lienz, 148

Kapitel 3: Epigraphische Denkmäler als Quelle für die Textil- und Kostümmode

Mirjam Goeth: Fundatrix huius loci, 157

Johannes Pietsch: Vom Schleier zur Visierhaube – Städtische Frauenkopfbedeckungen in Süddeutschland während des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit, 171

Anna Lena Frank: Kleider machen Leute! – Zwischen Erinnerung und Repräsentation. Trachten-Darstellungen auf nachreformatorischen Epitaphien aus Schleswig und Holstein, 187

Ioan Albu: Habitus epigraphicus – Kleidung und Repräsentation im epigraphischen Kontext am Beispiel Siebenbürgens (14.–17. Jh.), 187

Ramona Baltolu: Wie der Vater so der Sohn? – Kinderkleidung im Spiegel inschriftlicher Quellen, 217

Kerstin Merkel: Liebe als dynastisches Statement – Inschriften in der Kleidung von süddeutschen Portraits der frühen Neuzeit, 232

Anna Katharina Koerfer-Seelig: Zeichen der ehelichen Verbundenheit – Schmuck und Kostümdetails in den fürstlichen Portraits Lucas Cranach des Älteren, 244

Kapitel 4: Textile Inschriften in der Literatur

Julian Zimmermann: Roma caput mundi? – Metropolitane Identität als politisches Argument bei Cola di Rienzo oder wie eine politische Bewegung über textile Inschriften kommuniziert, 255

Almut Schneider: geweben dise buchstaben – Zur Form und Semantik textiler Inschriften in der mittelalterlichen Literatur (mit einer Interpretation zum Engelhard), 271

Andreas Dietmann: Zur Deutung von Gewandsauminschriften in der mittelalterlichen Kunst, 285

Kapitel 5: Bildteppiche und ihre Inschriften

Vera Henkelmann: In ewigem Angedenken – Inschriften ausgewählter Funeraltücher und Funeralteppiche des Spätmittelalters, 305

Eileen Holler: Nur für private Augenblicke? – Die Darstellung und Inschriften der beiden Walburga-Teppiche im Domschatz und Diözesanmuseum Eichstätt, 326

Guy Delmarcel: About Inscriptions on Medieval and Early Renaissance Franco-Flemish Tapestries, 331

Martin Wagendorfer: Zwei Inschriften auf Stoff und Stein – Epigraphische Überlegungen zum sogenannten Fuchsmagen-Teppich in Stift Heiligenkreuz und zu einem Fragment des Fuchsmagen-Epitaphs in Wien, 346

Sebastian Karnatz / Tanja Kohwagner-Nikolai: Gewirkte Herrschaftslegitimation, 359.

Ronnie Ferguson – Venetian Inscriptions

Ronnie Ferguson, Venetian Inscriptions. Vernacular Writing for Public Display in Medieval and Renaissance Venice. Oxford (Legenda) 2021. ISBN: 978-1-781886-38-0 (hardback). EUR 85,-

In Stein gemeißelt, auf Leinwand, Holz oder Porzellan gemalt, auf Stoff gestickt, auf Pergament geschrieben oder auf Papier gedruckt, bewahren die 109 Inschriften dieser einzigartigen Sammlung die erhaltenen öffentlichen Schriften von Venedigs Individuen und Kollektiven im Mittelalter und der Renaissance. Sie feiern die Fertigstellung, Urheberschaft oder Patenschaft von Gebäuden, Skulpturen, Gemälden, Reliquien und Schreinen. Sie beschriften die prächtige mappa mundi von Fra Mauro und Jacopo de’ Barbaris ikonische Ansicht von Venedig. Sie erklären den Besitz eines Prozessionsbanners, des Empfängers eines Maiolica-Tellers und des Eigentums der Nachbarschaftsvereine. Sie dokumentieren Testamente, Ablässe und Berufungen. Sie markieren die Gräber von Bruderschaften, einem Barbier-Chirurgen und einem Maurermeister. Sie sind vom Markusplatz bis zu den Ecken von Cannaregio und Castello sowie auf den Laguneninseln zu finden. In der Landessprache geschrieben, zeugt ihre Präsenz, die von keinem anderen italienischen Zentrum erreicht wird, von der außergewöhnlichen Alphabetisierung der Stadt in unserer Zeit und bietet eine Fülle privilegierter historischer Informationen. Der Korpus mit begleitender Fotodokumentation ist der erste seiner Art. Es wird gründlich kontextualisiert und hinsichtlich des historischen und künstlerischen Hintergrunds, der Schrift und der Sprache analysiert (Google-Übersetzung Verlagsanzeige).

Die Inschriften Mayen-Koblenz I (DI 111)

Die Inschriften Mayen-Koblenz I (ehem. Landkreis Koblenz mit Andernach) gesammelt und bearbeitet von Eberhard J. Nikitsch (Die Deutschen Inschriften 111, Mainzer Reihe 16), Wiesbaden (Reichert) 2021. 863 S., 220 Tafeln mit 20 s/w Abb., 565 farb. Abb. und 1 Karte. ISBN: 978-3-7520-0602-5. EUR 98.

Der Band erfasst in 532 chronologisch geordneten Katalognummern die kommentierten Inschriften des südöstlichen Teils des heutigen Lkrs. Mayen-Koblenz (ehem. Lkrs. Koblenz und Stadt Andernach mit ihren eingemeindeten Vororten Eich, Kell, Miesenheim und Namedy) vom Ende des 5. Jahrhunderts bis zum Jahr 1650. Eine Ausnahmestellung nehmen dabei die über 60 frühmittelalterlichen Inschriften aus Kobern-Gondorf, Andernach und dem Neuwieder Becken ein, die wesentliche Einblicke in verschiedenste Aspekte der Geschichte des frühen Christentums an Mosel und Rhein erlauben. Ab der Mitte des 12. Jh. bzw. der Mitte des 13. Jh. werden mit unterschiedlichsten Inschriften aus den im 19. Jh. aufgehobenen Klöstern in Andernach und Sayn, später auch in Niederwerth, die Reihe dieser besonderen Quellen eindrucksvoll weitergeführt. Sie finden sich hauptsächlich in den Kapellen und Kirchen auf sepulkralen Denkmälern wie Grabsteinen, Grabplatten, Epitaphien und Grabkreuzen, aber auch auf kirchlichem Gerät, Reliquiaren und Antependien und nicht zuletzt in Verbindung mit Wand-, Glas- und Tafelmalereien. Eine besondere Rolle spielen dabei die über dreißig, seit dem Ende des 13. Jh. im gesamten Bearbeitungsgebiet nachweisbaren Glocken, die mit ihren nur selten rezipierten Inschriften oft die ersten kulturgeschichtlichen Zeugnisse der jeweiligen Orte darstellen. Ähnliches gilt sowohl für die bislang wenig beachteten, ab dem Beginn des 16. Jh. in nahezu jedem Ort nachweisbaren Grabkreuze aus Basalt, als auch für Flurdenkmäler unterschiedlichster Art wie Nischenmäler, Feld- und Wegekreuze sowie Grenz- und Gütersteine, die neue und aufschlussreiche Einblicke in die bäuerliche und bürgerliche Kultur der Region gewähren (Verlagsanzeige).

Meinhard Leitich u.a. – Lateinische Inschriften in der Stadt Salzburg

Meinhard Leitich, Anton Roither und Johannes Karolus, Lateinische Inschriften in der Stadt Salzburg. Inscriptiones latinae Salisburgensis. Salzburg (Stadtgemeinde Salzburg) 2021 (Schriftenreihe des Archivs der Stadt Salzburg Band 59 = Salzburg Studien 21). 360 S., 290 farb. Abb. ISBN: 978-3-900213-51-0. EUR 29,70.

Die „Lateinischen Inschriften in der Stadt Salzburg“ umfassen zeitlich wie inhaltlich ein breites Spektrum. Es reicht von der erzbischöflichen Prunkinschrift aus der Barockzeit bis zum Gasthausschild der Gegenwart, von der Ehreninschrift für einen „Bürgermeister“ des römischen Munizipiums Iuvavum bis zur umfangreichen privaten Bauinschrift in Versform aus dem Spätmittelalter. Die 520 erfassten Inschriften sind in 331 Nummern gegliedert. Am Beginn stehen jeweils die topographischen Daten und die Beschreibung der zu den Inschriften gehörenden Darstellungen wie Wappen und Heiligenfiguren. Den Mittelpunkt bilden dann die Texte, sie werden buchstabengetreu wiedergegeben, Abkürzungen werden aufgelöst und die gesamte Inschrift kompetent übersetzt. Daran schließt eine Einordnung der Inschrift in ihre Zeit und den Kontext ihrer Entstehung an. Diese Kommentare bieten tiefe Einblicke in die Kulturgeschichte der Stadt Salzburg und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Über 290 hochwertige Bilder machen die Beschreibungen lebendig und nachvollziehbar. Die Anordnung nach Spaziergängen und ein benutzerfreundliches Register regen zum Aufsuchen der Inschriften vor Ort an (Anzeige Stadtgemeinde Salzburg).

Rüdiger Fuchs / Michael Oberweis (Hgg.) – Inschriften zwischen Realität und Fiktion

Inschriften zwischen Realität und Fiktion. Vom Umgang mit vergangenen Formen und Ideen. Beiträge zur 12. Internationalen Fachtagung für Epigraphik 5.-8. Mai 2010 in Mainz, hg. von Rüdiger Fuchs und Michael Oberweis. Wiesbaden (Reichert) 2021. 336 S., 92 Tafeln mit 87 farb. Abb. und 92 s/w Abb. ISBN: 978-3-95490-372-6. EUR 42.

Die Unterscheidung zwischen Wahrem und Falschem gehört seit jeher zu den besonderen Herausforderungen der Historischen Hilfswissenschaften. Gerade bei Inschriften ist nicht selten der originale Befund durch spätere Restaurierung, historisierende Nachempfindung oder gar bewusste (Ver-)Fälschung entstellt. Ziel der 12. Internationalen Fachtagung für Epigraphik war es, in exemplarisch ausgewählten Fällen eine Standortbestimmung zwischen Realität und Fiktion vorzunehmen. Bewusst wurde dabei der Dialog mit Spezialisten für die Materialität der Inschriftenträger gesucht. Im vorliegenden Sammelband kommen daher nicht nur ausgewiesene Epigraphiker, sondern auch Spezialisten für Restaurierungstechniken, Glasmalerei und Metallurgie zu Wort (Verlagsanzeige).

Vorwort, 7

Tagungsprogramm, 13

Johannes Fried: Inschriften für das Gedächtnis?, 15

Karen Keller: Wandmalerei zwischen alt und neu, 41

Susanne Kern: Rekonstruiertes Mittelalter – Zur Freilegung und Restaurierung mittelalterlicher Wandmalerei im Rheingau und am Mittelrhein im 19./20. Jahrhundert, 49

Daniel Parello: Restaurierung als Interpretation – Risiken der Glasmalereiforschung, 63

Walter Koch(†) / Rüdiger Fuchs: Paläographisches Zwiegespräch, 75

Ilas Bartusch: Die Grablege der Markgrafen von Baden im Kloster Lichtenthal (Baden-Baden) nach der Wiederherstellung von 1829/32 – Form und Funktion der Gotischen Majuskel aus der Steinmetzwerkstatt Johann Baptist Belzers zu Weisenbach (Lkr. Rastatt), 95

Karen Keller: Zur Clematius-Platte in Sankt Ursula zu Köln: der materielle Befund, 117

Clemens M.M. Bayer: Zur Clematius-Platte in Sankt Ursula zu Köln: die Schrift und ihre paläographische Einordnung. Auch ein Beitrag zur Frühgeschichte des Christentums in Niedergermanien, 121

Clemens M.M. Bayer: Zum metallenen Clematius-Täfelchen in Privatbesitz: Herkunft und Beschriftung, 159

Frank Willer / Roland Schwab: Zum metallenen Clematius-Täfelchen in Privatbesitz: der herstellungs- technische und archäometrische Befund, 175

Ingo Seufert: Historizität in Freisinger Inschriften, 181

Cécile Treffort: Le patronage des anciens rois: Clovis, Charlemagne et les autres dans les inscriptions médiévales en France, 197

Sebastian Scholz: Karolingerpropaganda in Metzer Inschriften, 211

Jerome Bertram(†): False Ancestors: Inscriptions in England which purport to be earlier than the Date of Engraving, 227.

Irene Pereira García – La Rioja (siglos VIII-XV)

Irene Pereira García, La Rioja (siglos VIII-XV). León (Universidad de León) 2020 (Corpus Inscriptionum Hispaniae Mediaevalium 6). 486 Seiten mit 138 Tafeln. ISBN 978-84-18490-05-7. EUR 42.

Die Inschriften werden in einem chronologisch geordeten Katalog in 116 Nummern beschrieben, transkribiert und übersetzt und in 138 s/w-Abbildungen veranschaulicht. Über 230 Inschriften stammen aus dem Monasterio de Santa María von Nájera, in dem sich die Könige und Königinnen von Navarra aus dem Hause Jiménez (918-1234) bestatten ließen. Ihre Grabmäler entstanden allerdings erst in den 1550er Jahren in bisweilen sehr eigenwilliger Kapitalis-Beschriftung. Umfangreicher als der Katalog (154 S.) ist die ihm vorgespannte kritische Studie (178 S.). Hier finden die dokumentarischen Quellen, die epigraphischen Zentren, Auftraggeber, Empfänger und Handwerker eine eingehende Auswertung. Schwerpunkte der Arbeit bilden die Schrift mit Beschreibung von Charakteristika, Form und Duktus der Buchstaben der jweiligen Schriftarten von der Visigotica bis zur Gotischen Minuskel und die Analyse von Textinhalten. (FB)