Archiv der Kategorie: Allgemeines

Dietmann – Die Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg (DI 125)

Die Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg, gesammelt und bearbeitet von Andreas Dietmann, unter Mitarbeit von Ivonne Kornemann, Stephan Jödicke und Martin Riebel, Wiesbaden (Ludwig Reichert) 2026 (Die Deutschen Inschriften 125, Leipziger Reihe 11). 19 x 27 cm, 592 S., 72 Tafeln, Schutzumschlag. ISBN: 9783752009590, EUR 79.

Der Band enthält die kritische Edition der gesamten im Wortlaut bekannten inschriftlichen Überlieferung der Stadt Eisenach und der Wartburg. Die Edition wurde im Rahmen des interakademischen Forschungsprojektes „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ erarbeitet und erscheint als Band 125 der projekteigenen Schriftenreihe „Die Deutschen Inschriften“. Der Beginn der hier dargelegten Überlieferung fällt in die Zeit um 1270, während das Ende des Bearbeitungszeitraumes, wie im gesamten Projekt als Richtlinie vorgegeben, auf 1650 festgelegt ist. Aus diesem Zeitraum von fast 400 Jahren konnten 205 inschriftentragende Objekte bzw. in einigen Fällen Objektgruppen ausfindig gemacht werden, die in einem Katalog in chronologischer Abfolge dargestellt werden. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die noch im Original oder Fragmenten erhaltenen Inschriften als auch die kopiale Überlieferung, also solche Inschriften, die abschriftlich oder auf Fotos festgehalten wurden, heute aber im Original verloren sind. Diese abschriftliche Überlieferung reicht mitunter bis ins 15. Jahrhundert zurück. Einen Schwerpunkt bilden die Inschriften des Totengedenkens, aber auch Haus- und Bauinschriften, Glocken- und Geschützinschriften, Inschriften auf Gemälden und anderen Kunstwerken sowie auf vereinzelten Gebrauchsgegenständen prägen den Bestand. Inhaltlich steht vor allem die Bedeutung der Stadt Eisenach und der Wartburg als fürstliche Residenz des ernestinischen Kurfürsten- und späteren Herzogtums im Mittelpunkt. Nachdem der Rang der Residenz seit dem 14. Jahrhundert zunächst zurückgegangen war, wurden Stadt und Burg im späten 16. Jahrhundert erneut Mittelpunkt eines eigenständigen Eisenacher Herzogtums, das in der inschriftlichen Überlieferung deutliche Spuren hinterlassen hat. Darüber hinaus wird der Bestand charakterisiert von den Zeugnissen der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Repräsentationsbedürfnisses sowie der vor- und nachreformatorischen Geistlichkeit. Obwohl die Überlieferung für einige einst zweifellos bedeutende Inschriftenstandorte sehr lückenhaft ist, bildet die Edition doch ein weitgespanntes Panorama der städtischen und landesherrlichen Strukturen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit ab.
Die Edition der Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg ist der erste Band, der in der thüringischen Arbeitsstelle des Forschungsprojektes erarbeitet wurde. Diese Arbeitsstelle, die der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig angehört, ist 2020 in Jena gegründet worden. Fast drei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung der Inschriften der Stadt und des Landkreises Jena (1993/95) werden damit erstmals wieder die Inschriften des thüringischen Raumes in den Blickpunkt der Forschung gehoben. (Verlagsanzeige)

am Freitag, den 9. Oktober 2026, wird auf der Wartburg in Eisenach die Buchpräsentation des Bandes DI 125 „Die Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg“ stattfinden. Interessenten sind herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten.

Email: dietmann@saw-leipzig.de

Zinsmeyer/Jödicke/Riebel – Die Inschriften der Stadt Görlitz (DI 123)

Die Inschriften der Stadt Görlitz, gesammelt und bearbeitet von Sabine Zinsmeyer, Stephan Jödicke und Martin Riebel. Wiesbaden (Ludwig Reichert) 2025 (Die Deutschen Inschriften 123, Leipziger Reihe 10). 928 S., 107 farb. Abb., 172 s/w Abb., 88 Tafeln mit 282 Abb. und 99 Steinmetzzeichen, Leinen mit Schutzumschlag, Bd. 1: 244 S., Bd. 2: 684 S. ISBN: 9783752009194, EUR 120.

Der Band ediert 607 Inschriften der Stadt Görlitz, von denen 259 im Original erhalten sind und 348 als Abschriften, Zeichnungen oder Fotografien vorliegen. Er versammelt damit erstmals auch solche Texte, die verstreut in mehr als 30 Handschriften überliefert sind. Görlitz gehörte zum Markgraftum Oberlausitz, das bis 1635 Nebenland der Krone Böhmen war und danach als Lehen an das Kurfürstentum Sachsen gelangte. Innerhalb des 1346 gegründeten Oberlausitzer Sechsstädtebundes stieg Görlitz zur wirtschaftlich stärksten und bevölkerungsreichsten Stadt auf, deren Wohlstand sich in den Bauvorhaben wie den Pfarrkirchen St. Nikolai und St. Peter und Paul daneben in den Bürgerhäusern niederschlug. Aus den Inschriften lässt sich ablesen, wie der mit reichhaltigen Privilegien ausgestattete Rat in alle Lebensbereiche hineinwirkte. Das Studium am Görlitzer Gymnasium sowie an den häufig anschließend besuchten Universitäten in Wittenberg und Frankfurt (Oder) prägten das Selbstverständnis der Bürger, wie sich an den größtenteils lateinisch und vielmals in gebundener Sprache verfassten Grabinschriften ablesen lässt. Grabdenkmäler stellen mit rund 340 Objekten den umfangreichsten Teil der epigrafischen Gesamtüberlieferung. Andere Inschriften aus städtischem, kirchlichem oder ständischem Kontext bezeugen herausragende und alltägliche Ereignisse. Zusammen machen sie die Verwandtschafts- und Beziehungsnetzwerke eines Personenkreises sichtbar, der das Leben in der Stadt im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit prägte (Verlagsanzeige).

Kern/Oberweis (Hgg.) – Epigraphische Festschrift Rüdiger Fuchs

Vulpes annosa non capitur. Festschrift für Rüdiger Fuchs zum 70. Geburtstag, hrsg. von Susanne Kern und Michael Oberweis. Leipzig 2025 (Archiv für Epigraphik 5,2)

Die Beiträge der epigraphischen Festschrift sind in der elektronischen Fachzeitschrift „Archiv für Epigraphik“, Jahrgang 5,2 (2025) FS Fuchs online einsehbar (https://www.epigraphik.org/fs-fuchs/) (FB).

Sarah Wieland, Schriftenverzeichnis Rüdiger Fuchs, S. 7-10

Sebastian Scholz, Das Epitaph des Bischof Liconcius von Lyon? Ein Rekonstruktionsversuch, S. 11-16

Klaus Frédéric Johannes, Bemerkungen zu Friedrich Barbarossa, S. 17-27

Jan Ilas Bartusch, Diepolds rätselhafte Grabschrift, S. 29-41

Gertrude Mras, Frühe deutschsprachige Inschriften. Ein skizzenhafter Versuch, 40 Jahre später, S. 43-52

Hartmut Scholz, Zufall – oder die Suche nach dem verborgenen Sinn, S. 53-62

Wolfgang Schmid, Wappen und Hausmarken: Konkurrierende Zeichensysteme – mit und ohne Schrift, S. 63-72 Wappen und Hausmarken

Steffen Krieb, Adelige Erinnerungskultur und Krankheit. Die Flersheimer Stifterinschrift im Wormser Kollegiatsstift St. Martin, S. 73-78

Eva-Maria Dickhaut, Das Gemäldeepitaph für Balthasar von Holtzendorff in der Marburger Elisabethkirche, S. 79-83

Stefan Heinz, Kapitale Erkenntnisse – oder in vier Zitaten zu Hoffmann, Haar und Rüdiger Fuchs, S. 85-92

Renate Kohn, Die Identifikation einer Schreibhauerhand über Schriftformgrenzen hinweg. Ein Fallbeispiel, S. 93-105

Susanne Kern und Michael Oberweis, Scaliger. Eine italienische Gelehrtenfamilie im Fokus der „Deutschen Inschriften“, S. 107-116

Christine Steininger, Fürnehme Herren in Niederbayern. Überlegungen zur Anwendung eines Epithetons, S. 117-121

Raoul Hippchen, etliche schöne begrebnissen vnnd epitaphia. Ein fürstlicher Brief zu den Grabdenkmälern in St. Arnual und eine bislang unbeachtete Sammlung nassauischer Inschriften, S. 123-138

Julia Noll, Ein spektakulärer Quellenneufund. C. Seibert und seine Zeichnungen von heute verlorenen Grabplatten aus der Marburger Elisabethkirche, S. 139-149

Edgar Siedschlag, Incisionis mnemosynon pium. Zur metrischen Analyse eines verderbt überlieferten Grabgedichts, S. 151-157

Uwe Gast, Zu Besuch im Gasthaus Zum goldenen Rindfuß in Nürnberg, S. 159-169

Ramona Baltolu, Eine ungewöhnliche Votivgabe in Sossau, S. 171-176

Wolfgang Müller, Impressionen zur Geschichte des Historischen Instituts der Universität des Saarlandes in den 60er Jahren, S. 177-186

Franz-Albrecht Bornschlegel, Die Erdbebeninschriften von Wombach und Gelnhausen. Eine epigraphische Gratwanderung, S. 187-195.

Zdrenka – Inscrypcje powiatu choszceńskiego (Corpus inscriptionum Poloniae 11,3)

Inscrypcje województwa zachodniopomorskiego, pod redakcją Joachima Zdrenki, 3: Inscrypcje powiatu choszceńskiego (do 1815 roku), zebrał i opracował Joachim Zdrenka (Corpus Inscriptionum Poloniae 11,3). Kraków (Wydawnictwo Avalon) 2025. 317 S. mit 151 s/w-Abb. ISBN: 978-83-7730-709-0. Zł 65,00 [Die Inschriften der Woiwodschaft Westpommerns, Lkr. Choszczno (Arnswalde)]

Der Inschriftenband umfasst 183 Katalognummern mit Inschriften von 1313 bis 1815. Von den 18 Inschriften bis zum Jahr 1500 liegen ausschließlich vier Glocken und ein Kruzifix in originaler Überlieferung vor.  Wie bereits im Vorgängerband zu den Inschriften des Landkreises Myślibórz (Soldin) aus dem selben Jahr 2025 stellen die Glocken mit etwa 40 Prozent den größten Anteil am Inschriftenbestand dar. Weit abgeschlagen folgen die Totengedächtnismale (12%) sowie die Altarinschriften, Bauinschriften und Kelchinschriften (je 7-8%). (FB)

Schröder-Stapper – Die geschriebene Stadt

Teresa Schröder-Stapper, Die geschriebene Stadt. Inschriften als urbane Wissenspraxis vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Göttingen (Wallstein Verlag GmbH) 2025 (Frühneuzeit-Forschungen 30). 594 S. mit 43 z.T. farb. Abbildungen. ISBN 978-3-8353-5801-0. EUR 49.

Wie beschrifteten Menschen in der Frühen Neuzeit ihre Häuser? Wie wurden Grabinschriften gestaltet? Teresa Schröder-Stapper untersucht vormoderne Inschriften erstmals mit Blick auf ihre Bedeutung als Ausdruck urbaner Wissenskulturen. Betrachtet man die zeitgenössischen Überreste frühneuzeitlicher Städte, so fällt auf, dass zahlreiche Texte, Bilder und Symbole das vormoderne Stadtbild prägten. Neben ephemerer Schriftlichkeit handelte es sich hierbei auch um Inschriften, die auf verschiedenen Materialträgern innerhalb der Stadt angebracht waren. In diesen Inschriften wurden unterschiedliche Wissensbestände artikuliert und in den Stadtraum eingeschrieben: Von juridischem über religiöses oder magisches Wissen bis hin zu technischem und Alltagswissen. In ihrer Studie versteht Teresa Schröder-Stapper frühneuzeitliche Inschriften sowohl als Ausdruck wie auch als Medium urbaner Wissenskulturen. Sie fragt nach den Funktionen von Inschriften innerhalb der Stadt sowie dem historischen Wandel, dem die darin eingeschriebenen Aussagen unterlagen. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der ordnungsstiftenden Bedeutung von Inschriften in einer vermeintlich unübersichtlichen Stadt. Im Zentrum ihres Erkenntnisinteresses stehen (Stadt-)Repräsentationen sowie deren Relevanz für das Handeln städtischer Akteure. Auf diese Weise nimmt Schröder-Stapper die Stadt als visuellen Erfahrungs- und Wahrnehmungsraum in den Blick. Am Beispiel der vormodernen Stadt leistet sie damit einen Beitrag zur Erforschung einer ‚Kultur der Sichtbarkeit‘ (Verlagsanzeige).

Zdrenka – Inscrypcje powiatu myśliborskiego (Corpus inscriptionum Poloniae 11,2)

Inscrypcje województwa zachodniopomorskiego, pod redakcją Joachima Zdrenki, 2: Inscrypcje powiatu myśliborskiego (do 1815 roku), zebrał i opracował Joachim Zdrenka (Corpus Inscriptionum Poloniae 11,2). Kraków (Wydawnictwo Avalon) 2025. 204 S. mit 78 s/w-Abb. ISBN: 978-83-7730-694-9. Zł 65,00 [Die Inschriften der Woiwodschaft Westpommerns, Lkr. Myślibórz (Soldin)]

Diese Ausgabe ist die zweite, die im Rahmen des Forschungsprojekts der Reihe Corpus Inscriptionum Poloniae, Band XI, veröffentlicht wird. In der ersten Phase (bis 2027) soll das Projekt fünf zeitgenössische Gespanschaften abdecken: 1. Gryfino (Teil des ehemaligen Komitats Chojeński) [2024 erschienen]; 2. Myśliborski; 3. Choszczeński; 4. Drawski und 5. Świdwiński – im historischen Sinne die Gebiete der ehemaligen Neuen Mark. Es ist das Ergebnis von Forschungen, die vom Epigraphischen Labor des Instituts für Geschichte der Universität Zielona Góra in den Jahren 2022-2024 durchgeführt wurden. Dieses Institut ist das einzige in Polen, das umfassende epigraphische Forschungen durchführt (Verlagsanzeige).

Der Inschriftenband umfasst 139 Katalognummern mit Inschriften von der 2. Hälfte des 13. Jh. bis 1815. Nur sieben Inschriften liegen bis zum Jahr 1500 vor, wovon ausschließlich vier Glocken original überliefert sind. Insgesamt haben sich nur mehr knapp 30 Prozent der Inschriften erhalten, über 70 Prozent gehen auf kopiale Überlieferungen (Abschriften oder Fotos) zurück. Die deutsche Sprache tritt bald nach 1550 in Grabinschriften auf und dominiert bis zum Ende des Bearbeitungszeitraums über die lateinische Sprache. Es liegen keine polnischen Inschriften vor. Der Band schließt mit einem ausführlichen Register (Standorte, Personen, Künstler/ Meister/ Werkstätten, Initialen und Monogramme,  Wappen,  Bibelzitate und liturgische Texte, Inschriftenträger, Sprache und Schriftarten, Berufe und Material, Heilige und biblische Personen/ Allegorie/ Mythologie/ Ikonographie, deutsch-polnische und polnisch-deutsche Liste von Ortsnamen) (FB).

 

Giersiepen/Stieldorf (Hgg.) – Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Eine Einführung

Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Eine Einführung, hg. von Helga Giersiepen und Andrea Stieldorf unter Mitarbeit von Sonja Hermann, Franz Jäger, Susanne Kern, Christine Magin und Ulrike Spengler-Reffgen. Wiesbaden (Reichert) 2025. ISBN: 9783752006216. EUR 59,-

Aus der über Jahrzehnte erwachsenen Expertise in der Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projektes „Die Deutschen Inschriften“ ein Lehrbuch der Epigraphik erstellt, das sich sowohl an Studierende als auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anderer Fachrichtungen und ebenso an interessierte „Nichtfachleute“ richtet. Vermittelt wird Basiswissen zu Materialien und Techniken, die für die Herstellung von Inschriften verwendet werden, die Sprachen, in denen die im Projekt bearbeiteten Inschriften verfasst sind, die wichtigsten Texttypen mit ihren Inhalten und Funktionen, zu den Quellen, aus denen bei der Abfassung von Inschriftentexten geschöpft wurde, und über den Umgang mit der kopialen Überlieferung. Die spezifisch epigraphische Expertise entfaltet sich im Kap. 7 in den Beschreibungen der Schriften. Daran schließen sich noch eine Anleitung zur Erfassung und Edition von Inschriften sowie ein größeres Kapitel zur digitalen Epigraphik an. Am Schluss folgen einige Hilfsmittel (Verlagsanzeige).

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 13

1. Einführung in die Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit  17

1.1. Inschriften als Quellen (Helga Giersiepen) 17

1.2. Wissenschaftsgeschichte (Andreas Zajic)  23

2. Material und Technik  41

2.1. Inschriften in Stein 41

2.1.1. Naturstein – Bearbeitung – Schrifthauen (Philipp Stastny/Renate Kohn)  41

2.1.2. Steinätzplatten (Christine Steininger) 46

2.2. Inschriften in Metall I: Goldschmiedekunst (Jitka Ehlers)  50

2.3. Inschriften in Metall II: Bronze- und Messingguss, Eisenguss, Inschriften in Blei (Jörg H. Lampe) 61

2.4. Inschriften auf Textilien (Gudrun Sporbeck) 73

2.5. Inschriften in der Glasmalerei (Maria Deiters) 85

2.6. Inschriften in der Wandmalerei (Susanne Kern) 93

2.7. Inschriften aus Holz (Franz Jäger) 103

3. Die Sprache der Inschriften 109

3.1. Mittel- und Neulatein (Jens Borchert-Pickenhan/Mona Dorn)  109

3.2. Deutsch  115

3.2.1. Hochdeutsch (Hans Ulrich Schmid)  115

3.2.2. Niederdeutsch (Christine Wulf) 124

3.3. Griechisch (Henning Ohst) 129

3.4. Hebräisch (Michael Oberweis) 134

4. Texte: Inhalte und Funktionen 143

4.1. Inschriften des Totengedenkens (Franz Jäger) 144

4.2. Stifter-, Stiftungs-, Schenkungs- und Auftraggebervermerke (Ulrike Spengler-Reffgen) 159

4.3. Bildbeischriften: Inschriften zwischen Text und Bild (Kristine Weber) 169

4.4. Künstlersignatur/Meistersignatur und andere Formen der Urheberschaft (Susanne Kern) 184

4.5. Bauinschriften (Gertrude Mras) 191

4.6. Historische Nachrichten (Gertrude Mras) 198

4.7. Rechtsinschriften 205

4.7.1. Urkundeninschriften (Martin Riebel) 205

4.7.2. Sonstige Rechtsinschriften (Christine Magin) 209

4.8. Inschriften auf Glocken (Cornelia Neustadt/Jan Ilas Bartusch) 214

4.9. Graffiti (Sonja Hermann) 225

5. Textvorlagen 237

5.1. Bibel (Christine Wulf) 238

5.2. Liturgie (Ulrike Spengler-Reffgen) 245

5.3. Antike, mittelalterliche und frühneuzeitliche Autoren (Jens Borchert-Pickenhan) 255

6. Kopiale Überlieferung (Renate Kohn)  265

7. Entwicklung der epigraphischen Schriftarten  277

7.1. Vorkarolingische Kapitalis (Eberhard J. Nikitsch) 278

7.2. Kapitalisschriften von der Karolingerzeit bis um das Jahr 1000 (Karolingische Kapitalis und Frühe Kapitalis) (Rüdiger Fuchs) 290

7.3. Romanische Majuskel (Helga Giersiepen) 302

7.4. Gotische Majuskel (Rüdiger Fuchs) 310

7.5. Gotische Minuskel (Christine Magin/Christine Wulf) 320

7.6. Frühhumanistische Kapitalis (Andreas Zajic) 327

7.7. Renaissance-Kapitalis und Kapitalis der Frühen Neuzeit (Franz-Albrecht Bornschlegel) 335

7.8. Fraktur (Renate Kohn) 343

7.9. Humanistische Minuskel (Hans Fuhrmann) 351

7.10. Gotico-Antiqua (Ramona Baltolu) 358

7.11. Ziffern (Katharina Kagerer) 363

7.12. Interpunktionszeichen und Worttrenner (Eberhard J. Nikitsch) 366

7.13. Glossar zum Kapitel „Entwicklung der epigraphischen Schriftarten“ (Sonja Hermann) 371

8. Erfassung und Edition von Inschriften (Stefan Heinz/Raoul Hippchen) 375

9. Digitale Epigraphik 385

9.1. Zu den Anfängen der digitalen Epigraphik (Jörg Witzel) 385
9.2. EpiDoc und Normdaten (Thomas Kollatz/Markus Studer) 386
9.3. Datenmodellierung und Modellbildung (Max Grüntgens) 387
9.4. Spatial Humanities (Maximilian Kopp/Torsten Schrade/Markus Studer) 391
9.5. Linked Open Data und Knowledge Graphs (Max Grüntgens/ Torsten Schrade) 394

10. Hilfsmittel 399
10.1. Häufig verwendete Abkürzungen (Katharina Kagerer) 399
10.2. Abkürzungen für Nachweise der Bibelbücher (Christine Wulf) 409
10.3. Epigraphik im Internet (Max Grüntgens/Jürgen Herold/Thomas Kollatz/Markus Studer/Jörg Witzel) 411

Literaturverzeichnis 415
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 449

Giovè Marchioli/La Rocca/Zorzi – Veneto: Padova e Rovigo, 1 (Inscriptiones Medii Aevi Italiae 6)

Nicoletta Giovè Marchioli,  Maria Cristina La Rocca, Niccolò Zorzi, Veneto – Padova e Rovigo, I. Spoleto (Fondazione Centro Italiano di studi sull’alto Medioevo) 2025 (Inscriptiones Medii Aevi Italiae 6). ISBN: 978-88-6809-448-5. EUR 25,-

Der Band, herausgegeben von Nicoletta Giovè Marchioli, Maria Cristina La Rocca und Niccolò Zorzi von der Universität Padua, ist der sechste in der Reihe der Inscriptiones Medii Aevi Italiae (IMAI) und der erste von zweien, die den griechischen und lateinischen Ingraphen der Provinzen Padua und Rovigo gewidmet sind: Er enthält die historische Einleitung, die paläographische Einleitung, die Karten der griechischen Ingraphen, die Bibliographie und die Verzeichnisse der beiden allgemeinen Einführungen. und speziell auf griechische Karten. Es folgt der zweite Band mit den Karten der lateinischen Inschriften und mit der Bibliographie und den relativen Verzeichnissen. Die historische Einführung von Maria Cristina La Rocca ermöglicht es uns, den politischen, institutionellen und wirtschaftlichen Rahmen der Provinzen Padua und Rovigo im weiteren Kontext Venetiens und Nordostitaliens zu klären. In der paläographischen Einleitung analysiert Nicoletta Giovè Marchioli detailliert die epigraphischen Zeugnisse in lateinischer Schrift, von denen die meisten aus der letzten Phase des von den IMAI abgedeckten Zeitraums stammen. Die Einträge von Niccolò Zorzi bieten eine eingehende Analyse der griechischen Inschriften, eines Korpus, das trotz seiner Kleinheit durch eine bemerkenswerte Heterogenität gekennzeichnet ist, die sich im Übrigen leicht durch die Vielfalt der Chronologie und die Art des Materials erklären lässt, auf dem die Inschriften angebracht sind (Verlagsanzeige).

Inschriften als Quellen der Kulturgeschichte des Ma. und der Frühen Nz. – Bonn, 17.09.25

 Schlosskirche
Inschriften sind zentrale historische Quellen. Sie sind überall zu finden: gut sichtbar an öffentlichen Gebäuden, Privathäusern, Stadtmauern, Brücken; weniger zugänglich in Innenräumen, auf liturgischen Gefäßen und Gewändern in Kirchen, auf Glocken und vielem mehr. Sie wurden auf den unterschiedlichsten Materialien angebracht: auf Stein, Metall, Holz, Ton, auch Textilien und Glas und etlichem anderen mehr. Ihre gestalterische Bandbreite reicht von hochformellen, kunstvollen Denkmälern bis hin zu rasch eingeritzten Graffiti. Ähnlich vielfältig sind auch die Funktionen der Texte, die häufig genug mit Bildern und Skulpturen verbunden werden: von elaborierten Inschriften des Totengedenkens über Erläuterungen zu Bildzeugnissen, bis hin zu einfachen Namensnennungen. Drei Entwicklungen rücken Inschriften in ihrem materiellen und medialen Reichtum neu ins Zentrum aktueller methodischer Debatten: die Diskussion über die Bedeutung der Grundwissenschaften; die neue digitale Zugänglichkeit von Inschriften in großer Zahl; und Forschungen zur Materialität und Medialität von Texten. Die Sektion wird getragen durch das interakademische Editionsunternehmen „Die Deutschen Inschriften bis 1650“, das aktuell mit dem Handbuch „Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Eine Einführung“ eine neue und umfassende Bestandsaufnahme der internationalen Epigraphik vorlegt. Aus der langjährigen Editionspraxis und den Erfahrungen der Arbeit am Handbuch heraus, stellt die Sektion anhand von Fallbeispielen die Aussagekraft von Inschriften als historischen Quellen und die methodischen Herausforderungen ihrer Erschließung und Auswertung zur Diskussion und fragt – nicht zuletzt angesichts der raschen Entwicklung digitaler Methoden in den Grundwissenschaften – nach neuem Potential dieses faszinierenden Materials für aktuelle Fragestellungen des Fachs. Die Moderation übernimmt Andrea Stieldorf.

Für Lernende sowie andere Interessierte werden Leseübungen angeboten, die nach der Sektion (oder ggf. etwas später) in der Bonner Arbeitsstelle des Inschriftenprojektes (im Institut für Geschichtswissenschaft) mit den dortigen Mitarbeitenden vertieft werden können. Dort gibt es auch eine kleine Ausstellung.

Steffen Patzold (Tübingen) – Inschriften. Erschließung, Auswertung und Aussagekraft eines faszinierenden Quellentyps

Der erste Vortrag dient der Einführung in die Arbeit mit Inschriften: Er stellt das Editionsunternehmen „Die deutschen Inschriften bis 1650“ und die Plattform „Deutsche Inschriften online“ (https://www.inschriften.net) vor. Ziel ist es, angesichts jüngerer Forschungen zum Zusammenhang von Text und Bild sowie zur Medialität und Materialität von Texten den historischen Quellenwert von Inschriften herauszuarbeiten, zentrale methodische Herausforderungen bei der editorischen Erschließung zu diskutieren und das Potential digitaler Methoden für die Epigraphik anschaulich zu machen.

Teresa Schröder-Stapper (Düsseldorf) – Wasser, Feuer, Luft. Inschriften als Medien urbaner Gefahrenkommunikation in der Frühen Neuzeit

In urbanen Inschriften wird nicht nur an eingetretene Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Feuersbrünste erinnert, es werden Szenarien künftiger Ereignisse entworfen. Beides dient der Konstruktion einer existentiellen Bedrohung, die damit zum Sicherheitsthema gemacht oder ‚versicherheitlicht‘ (Kopenhagen School) wird. Hat sich diese Deutung durchgesetzt, werden Gegenmaßnahmen artikuliert und deren Umsetzung eingefordert. Vor diesem Hintergrund wird untersucht, welche Rolle Inschriften in einem solchen Prozess der ‚Versicherheitlichung‘ spielen konnten. Zudem ist zu fragen, inwiefern Inschriftenarrangements selbst als Sicherheitspraktik fungieren konnten.

Romedio Schmitz-Esser (Heidelberg) – Absentes sichtbar machen. Inschriften als Vergegenwärtigungsstrategien im ausgehenden Mittelalter

Die spätmittelalterliche Gesellschaft beschäftigte sich obsessiv mit der Präsenthaltung von Absentem, insbesondere auf politischer, religiöser und frömmigkeitsgeschichtlicher Ebene. Der Herrscher, dessen Gegenwart im Ritual sinnfällig genutzt wurde, war an den meisten Orten zu den meisten Zeiten nicht vorhanden, Inschriften schlossen diese Lücke prominent und sichtbar. Christus war in den Himmel aufgefahren, seine physische Gegenwart konnte durch Inschriften, die auf die Gestalt des Heiligen Grabes in Jerusalem eingingen, hergestellt werden. Die Toten wurden der Gesellschaft gegenwärtig gehalten, indem ihre Memoria sich in Inschriften erhielt. Die entscheidende Dimension in allen diesen Fällen eröffnet sich dabei bei der konsequenten Frage nach den Auftraggebern und dem Publikum dieser Inschriften, die den spezifischen Nutzungshorizont zu erkennen geben. Der Vortrag rekonstruiert die Kulturgeschichte der Inschriften als Teil der Vergegenwärtigungsstrategien des Absenten und eröffnet die Diskussion um Spezifika des Mittelalters aus ungewohnter Perspektive.

(Quelle: Programm des Deutschen Historikertages)

Anmeldung – Historikertag 2025

Noll/Dickhaut – Die Inschriften der Elisabethkirche in Marburg (DI 121)

Die Inschriften der Elisabethkirche in Marburg, gesammelt und bearbeitet von Julia Noll, unter Mitarbeit von Eva-Maria Dickhaut (Die Deutschen Inschriften 121, Mainzer Reihe 7). Wiesbaden (Ludwig Reichert) 2025. 360 S., 77 Tafeln mit 260 Abb., Ln. mit Schutzumschlag. ISBN: 978-37520-0891-3. EUR 62,-

Der Band erfasst in 185 chronologisch geordneten Katalognummern die mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Inschriften der Elisabethkirche in Marburg. Herzstück des sehr vielfältigen und in mancherlei Hinsicht außergewöhnlichen Bestandes ist der goldene Elisabethschrein, der einst die Reliquien der 1235 heiliggesprochenen Landgräfin Elisabeth von Thüringen enthielt. Die Elisabethkirche diente bis ins 16. Jahrhunderts als Grablege der Landgrafen von Hessen, weshalb in der Kirche noch immer viele ihrer Grabdenkmäler zu finden sind, darunter das Hochgrab des ersten Landgrafen Heinrich I. oder jenes der Landgräfin Adelheid von Braunschweig mit der ersten figürlichen Darstellung einer Mutter mit ihrem Kind auf einem deutschen Grabmal. Hinzu kommen zahlreiche Aufschwör-, Wappen- und Amtsschilde aus der Zeit, als das Gotteshaus dem Deutschen Orden unterstand sowie einige Grabdenkmäler für Landkomture der Ballei Hessen. Ein Highlight ist auch ein spätmittelalterlicher Bildteppich, der in acht Szenen das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn erzählt. Abgerundet wird der Bestand durch Objekte der Glas-, Wand- und Tafelmalerei, vier Glocken und verschiedene kirchliche Ausstattungsstücke wie ein Sakramentshäuschen, ein Messkelch, ein Leuchter und eine Kanzel. Der Band berücksichtigt nicht nur die noch erhaltenen Inschriften, sondern auch die zahlreichen heute verlorenen epigraphischen Zeugnisse. Eine bisher unbekannte Sammlung von Zeichnungen heute verlorener Grabplatten wirft ein neues Licht auf die Rolle der Elisabethkirche als Bestattungsort der Marburger Elite und wird im Abbildungsteil des Bandes erstmals publiziert (Verlagsanzeige).