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Sommerakademie „Epigraphik zwischen Kulturgeschichte und Digital Humanities“, München 1.-5. August 2022

Die Inschriften stellen aufgrund ihrer vielfältigen Thematik, der Spontaneität ihrer Aussage und ihres überwiegenden Verbleibs am ursprünglichen Anbringungsort eine historische Quelle ersten Ranges dar. Ebenso vielgestaltig wie ihre inhaltlichen Aussagen erweisen sich auch die Erscheinungsformen der Inschriften. Mit Text und Schrift, Methodik und Arbeitsweisen befasst sich im Rahmen einer Interdisziplinären Sommerakademie an der LMU München die einwöchige Veranstaltung „Epigraphik zwischen Kulturgeschichte und Digital Humanities“ vom 1. bis 5. August 2022 an der LMU München.

Die Interdisziplinäre Sommerakademie wird veranstaltet vom Zentrum für Mittelalter- und Renaissancestudien und der Abteilung für Historischen Grundwissenschaften mit dem dort angesiedelten Epigraphischen Forschungs- und Dokumentationszentrum der LMU. In einzelnen Sektionen der unterschiedlichen epigraphischen Wissenschaftsgebiete – der römisch-antiken Epigraphik, der Runenkunde, der jüdischen Epigraphik und der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Epigraphik – vermittelt die Veranstaltung Einblicke in aktuelle und besonders aussagekräftige Forschungsfelder der Epigraphik. Die ausgewählten Vorträge zu Inschriften von der Spätantike bis zur Reformation werden ergänzt von praktischen Übungen.
Die Veranstaltung richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Magistrandinnen und Magistranden sowie Doktorandinnen und Doktoranden.
Der Erwerb eines Zeugnisses über die Lehrveranstaltung ist sowohl für auswärtige Studierende als auch solche der LMU nach Rücksprache mit den Dozentinnen bzw. Dozenten einer Sektion möglich.
Prüfungsleistung: Essay über eine Sektion der Sommerakademie.
Ludwig Maximilians Universität München
Geschwister-Scholl-Platz 1
Programm:
Montag, 1.8.22
9:00 ‒ 9:15 Uhr: Franz-Albrecht BORNSCHLEGEL, Martin WAGENDORFER: Begrüßung
Inschriften im Übergang von der Antike zum Mittelalter:
9:15 ‒ 10:45 Uhr: Rudolf HAENSCH:  Der spätantike Kirchenbau im Spiegel der Epigraphik
11:00 ‒ 12:30 Uhr: Isabelle MOSSONG: Der epigraphische Nachlass der italischen Kleriker (5. ‒ 7. Jahrhundert): Akteure, Gattungen, Praxis
12:30 ‒ 14:00 Uhr: Mittagspause
Runeninschriften:
14:00 ‒ 15:30 Uhr: Julia-Sophie HEIER, Kerstin MAJEWSKI, Gaby WAXENBERGER: Geritzt, gemeißelt und gestempelt ‒ Runeninschriften vom 2. bis ins 16. Jahrhundert, Teil 1: Einführung in die Runologie (Theorieteil)
16:00 ‒ 17:30 Uhr: Julia-Sophie HEIER, Kerstin MAJEWSKI, Gaby WAXENBERGER: Geritzt, gemeißelt und gestempelt ‒ Runeninschriften vom 2. bis ins 16. Jahrhundert, Teil 2: Runeninschriften transliterieren und interpretieren (Praxisteil)
Dienstag, 2.8.22
Jüdische Inschriften und Inschriftendatenbanken:
9:15 ‒ 10:45 Uhr: Eva HAVERKAMP-ROTT: Familienbande auf ewig ‒ Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Würzburg und ihr Friedhof
11:00 ‒ 12:30 Uhr: Rudolf HAENSCH, Eva HAVERKAMP-ROTT, Franz-Albrecht BORNSCHLEGEL, Ramona BALTOLU: Epigraphische Datenbanken (EDH, ECDS, EDR, Ubi-erat-lupa; epidat; Deutsche Inschriften Online, epigraphica europea)
12:30 ‒ 14:00 Uhr: Mittagspause
Grabinschriften: Inschriftenpaläographie und Formular:
14:00 ‒ 15:30 Uhr: Eberhard J. NIKITSCH (Mainz): Zwischen Rom und Aachen ‒ Form und Inhalt frühmittelalterlicher Grabinschriften im Rhein-Moselgebiet zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert
16:00 ‒ 17:30 Uhr: Christine STEININGER: Katholisch, evangelisch, divers? Inschriftendenkmäler als Quellen für das Bekenntnis in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
Mittwoch, 3.8.22
Erscheinungsformen von Inschriften:
9:15 ‒ 10:45 Uhr: Polly LOHMANN (Heidelberg): Graffiti: Fragen, Methoden und Probleme einer oft übersehenen Inschriftengattung zwischen Antike und Neuzeit
11:00 ‒ 12:30 Uhr: Ramona BALTOLU: Die Gotico-Antiqua des Jörg Gartner: Die Schrift als designiertes Markenzeichen
12:30 ‒ 14:00 Uhr: Mittagspause
Inschriften im öffentlichen Raum:
14:00 ‒ 15:30 Uhr: Sandra SCHIEWECK: Grenzen ziehen ‒ Materielle Markierungen im ausgehenden Mittelalter zwischen Diskurs und Praxis
16:00 ‒ 17:30 Uhr: Albert DIETL (Regensburg): Visualisierung städtischer Ordnung und symbolische Kommunikation: Stadttor-Inschriften in mittelalterlichen Kommunen Italiens
Donnerstag, 4.8.22
Inschriften digital vermitteln:
9:15 ‒ 10:45 Uhr: Tanja KOHWAGNER-NIKOLAI, Mirjam GOETH: Inschriften digital vermitteln ‒ Eine praktische Einführung in die Wissenschaftskommunikation (Theorieteil)
11:00 ‒ 12:30 Uhr: Tanja KOHWAGNER-NIKOLAI, Mirjam GOETH: Inschriften digital vermitteln ‒ Die Otto von Wittelsbach-Tapisserien und ihre Inschriften (Exkursion ins Residenz-Museum)
12:30 ‒ 14:00 Uhr: Mittagspause
14:00 ‒ 15:30 Uhr: Tanja KOHWAGNER-NIKOLAI, Mirjam GOETH: Inschriften digital vermitteln ‒ Produktion eines Erklärvideos (Workshop I)
16:00 ‒ 17:30 Uhr: Tanja KOHWAGNER-NIKOLAI, Mirjam GOETH: Inschriften digital vermitteln ‒ Produktion eines Erklärvideos (Workshop II)
Freitag, 5.8.22
Einfluss der Humanisten auf Inschriften:
9:15 ‒ 10:45 Uhr: Franz-Albrecht BORNSCHLEGEL: Der Einfluss Konrad Peutingers auf die Inschriften der Renaissance
11:00 ‒ 12:30 Uhr: Martin WAGENDORFER: Konrad Peutinger und Johannes Fuchsmagen ‒ Zwei Inschriftensammler aus Süddeutschland um 1500
12:30 Uhr: Martin WAGENDORFER: Zusammenfassung und Verabschiedung
Anmeldung bis zum 15. Juni 2022 mit kurzem Motivationsschreiben (bitte mit Angaben zu epigraphischen und Lateinkenntnissen) an:
Martin.Wagendorfer@lrz.uni-muenchen.de
Franz.A.Bornschlegel@lrz.uni-muenchen.de
Weitere Informationen unter: www.hgw.geschichte.uni-muenchen.de

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