Die Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg, gesammelt und bearbeitet von Andreas Dietmann, unter Mitarbeit von Ivonne Kornemann, Stephan Jödicke und Martin Riebel, Wiesbaden (Ludwig Reichert) 2026 (Die Deutschen Inschriften 125, Leipziger Reihe 11). 19 x 27 cm, 592 S., 72 Tafeln, Schutzumschlag. ISBN: 9783752009590, EUR 79.
Der Band enthält die kritische Edition der gesamten im Wortlaut bekannten inschriftlichen Überlieferung der Stadt Eisenach und der Wartburg. Die Edition wurde im Rahmen des interakademischen Forschungsprojektes „Die Deutschen Inschriften des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ erarbeitet und erscheint als Band 125 der projekteigenen Schriftenreihe „Die Deutschen Inschriften“. Der Beginn der hier dargelegten Überlieferung fällt in die Zeit um 1270, während das Ende des Bearbeitungszeitraumes, wie im gesamten Projekt als Richtlinie vorgegeben, auf 1650 festgelegt ist. Aus diesem Zeitraum von fast 400 Jahren konnten 205 inschriftentragende Objekte bzw. in einigen Fällen Objektgruppen ausfindig gemacht werden, die in einem Katalog in chronologischer Abfolge dargestellt werden. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die noch im Original oder Fragmenten erhaltenen Inschriften als auch die kopiale Überlieferung, also solche Inschriften, die abschriftlich oder auf Fotos festgehalten wurden, heute aber im Original verloren sind. Diese abschriftliche Überlieferung reicht mitunter bis ins 15. Jahrhundert zurück. Einen Schwerpunkt bilden die Inschriften des Totengedenkens, aber auch Haus- und Bauinschriften, Glocken- und Geschützinschriften, Inschriften auf Gemälden und anderen Kunstwerken sowie auf vereinzelten Gebrauchsgegenständen prägen den Bestand. Inhaltlich steht vor allem die Bedeutung der Stadt Eisenach und der Wartburg als fürstliche Residenz des ernestinischen Kurfürsten- und späteren Herzogtums im Mittelpunkt. Nachdem der Rang der Residenz seit dem 14. Jahrhundert zunächst zurückgegangen war, wurden Stadt und Burg im späten 16. Jahrhundert erneut Mittelpunkt eines eigenständigen Eisenacher Herzogtums, das in der inschriftlichen Überlieferung deutliche Spuren hinterlassen hat. Darüber hinaus wird der Bestand charakterisiert von den Zeugnissen der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Repräsentationsbedürfnisses sowie der vor- und nachreformatorischen Geistlichkeit. Obwohl die Überlieferung für einige einst zweifellos bedeutende Inschriftenstandorte sehr lückenhaft ist, bildet die Edition doch ein weitgespanntes Panorama der städtischen und landesherrlichen Strukturen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit ab.
Die Edition der Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg ist der erste Band, der in der thüringischen Arbeitsstelle des Forschungsprojektes erarbeitet wurde. Diese Arbeitsstelle, die der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig angehört, ist 2020 in Jena gegründet worden. Fast drei Jahrzehnte nach der Veröffentlichung der Inschriften der Stadt und des Landkreises Jena (1993/95) werden damit erstmals wieder die Inschriften des thüringischen Raumes in den Blickpunkt der Forschung gehoben. (Verlagsanzeige)
am Freitag, den 9. Oktober 2026, wird auf der Wartburg in Eisenach die Buchpräsentation des Bandes DI 125 „Die Inschriften der Stadt Eisenach und der Wartburg“ stattfinden. Interessenten sind herzlich eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten.
Email: dietmann@saw-leipzig.de